Der Preisträger Zenel Drangu mit Peter Weiss und Bischof Meier

Das Maximilian-Kolbe-Werk und die Maximilian-Kolbe-Stiftung haben zum zweiten Mal den Maximilian-Kolbe-Werks-Preis verliehen. Die Preisverleihung fand auf der Jahrestagung beider Organisationen im polnischen Oświęcim statt.

Mit dem Maximilian-Kolbe-Werks-Preis wurde Zenel Drangu (Albanien) ausgezeichnet. Zenel Drangu war 15 Jahre in das berüchtigte Arbeitslager Spaç im stalinistischen Albanien eingesperrt und hat in den letzten Jahren zusammen mit Mitstreitern dafür gesorgt, dass in Spaç eine Gedenkstätte entstehen konnte.

Bischof Bertram Meier, Stiftungsratsvorsitzender der Maximilian-Kolbe-Stiftung, sagte in seiner Laudatio: „Es ist ein großes Hoffnungszeichen, auf Menschen wie Zenel Drangu zu treffen. Er hat sich nie mit dem Zustand der gesellschaftlichen Gleichgültigkeit abgefunden und ist seit vielen Jahren der Vorsitzende der Gesellschaft der politischen Verfolgten und ihrer Familien in Shkoder. Seiner Beharrlichkeit, Weisheit und Kreativität ist es zu verdanken, dass die von der kommunistischen Gewalt in Albanien Betroffenen eine verlässliche Stimme haben. Was uns an Herr Drangu in besonderer Weise beeindruckt, dass er dem Hass und der Sehnsucht nach Rache nie Raum gegeben hat. Vielmehr hat er mit großer Ruhe und Umsicht Wege gesucht und gefunden, um die Fragen nach Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit im Umgang mit der Geschichte des Kommunismus wirksam zur Geltung zu bringen.“

Der Maximilian-Kolbe-Werk-Preis wird gemeinsam von Werk und Stiftung alle zwei Jahre vergeben. Ausgezeichnet werden Personen und Initiativen, die sich in besonderer Weise um die humanitäre Hilfe für die Opfer von Krieg, Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und Terror, um deren gesellschaftliche Anerkennung sowie um Versöhnungsprozesse in Europa verdient gemacht haben.