Polnische Überlebende aus Danzig und Stettin verbrachten im September auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werks Tage der Erholung und Begegnung in Malchin am Kummerower See. Die fünf Frauen und vier Männer haben während des zweiten Weltkriegs als Kinder und Jugendliche Verfolgung und Gewalt durch das deutsche NS-Regime gegen sich und ihre Familien erfahren müssen.
Die Erinnerungen an die entsetzliche Haft in den Konzentrationslagern sind bei den Hochbetagten gerade jetzt im Alter wieder sehr präsent. Der 84jährige Szymon K. berichtete: "Mein Bruder und ich - beide noch Kinder - mussten zuschauen, wie unser Vater unser eigenes Grab ausschaufeln musste. Nur durch einen Zufall haben wir überlebt. Das ist nicht zu begreifen."
Auch die anderen Gäste, heute im Alter von 80 bis 94 Jahren, wurden in den Lagern Auschwitz-Birkenau, Zamość oder Potulice eingesperrt, wo sie Hunger, Kälte und katastrophalen sanitären Bedingungen ausgesetzt waren. Zwei von ihnen wurden im Konzentrationslager Ravensbrück geboren, wohin ihre Mütter verschleppt worden waren.

Szymon K. aus Goleniów
Foto: Andrea Vadas
Lucyna M. sagte: "Wir leben mit den Erinnerungen an das Entsetzliche, an den Verlust unserer Familien, das hört niemals auf. Aber wir haben überlebt und wir leben gerne, auch jetzt noch, wo wir so alt sind. Wir freuen uns sehr, dass wir einen so schönen Aufenthalt auf Einladung des Maximilian-Kolbe-Werks verbringen können."

Lucyna M. aus Stettin
Foto: Andrea Vadas
Begleitet wurden die polnischen Gäste von einem Team Ehrenamtlicher des Maximilian-Kolbe-Werks.
Die Gruppe unternahm Ausflüge nach Rostock, Güstrow und in die Umgebung. Begeistert waren die Gäste von der schönen Natur in Mecklenburg, die sie bei einer Schifffahrt auf der Müritz, beim Besuch des Wisent-Reservats Damerow, bei einer Führung im Vogelschutzgebiet Große Rosin und einem beeindruckenden Spaziergang auf dem Baumwipfelpfad der 1000jährigen Ivenacker Eichen erleben konnten.
Besuch der Ivenacker Eichen
Foto: Stephanie Roth
Neben den anregenden Unternehmungen war für die Gäste das Zusammensein mit anderen Überlebenden eine große Bereicherung. "Wir haben uns alle sofort gut verstanden und hatten miteinander sehr viel zu lachen," bestätigte Helena S., "und das, obwohl wir uns zum Teil vorher nicht gekannt haben." Ihre Freundin Lucyna M. stimmte zu: "Ich war so angespannt, als ich hierherkam. Die Beschwerden im Alter und die Schmerzen nehmen stetig zu. Dazu kommt die Sorge um meinen erkrankten Sohn. Aber jetzt, nach diesem Aufenthalt, fühle ich mich wie befreit. Ich konnte innerlich loslassen und mich wirklich erholen."
Im Kolping-Ferienland Salem
Foto: Stephanie Roth
Anna S. rief direkt nach dem Aufenthalt im Maximilian-Kolbe-Werk an: „Herzlichen Dank für die großartige Zeit. Von den Erinnerungen an die schönen Tage werden wir noch lange zehren!"
Anna S. aus Stettin
Foto: Andrea Vadas
Karol W. und Stanisław S. aus Danzig
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Die Gruppe in Rostok
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